Äußerungsrecht – Pflichten für Bewertungsportalbetreiber

Die Bewertungsportalbetreiber machen es sich oft sehr einfach, indem sie darauf verweisen, dass es nicht ihre Bewertungen sind, sondern die der Nutzer. Dennoch haben Bewertungsportale Prüfpflichten. Wenn Sie eine negative Bewertung erhalten haben, die Sie nicht für gerechtfertigt halten, gibt es durchaus die Möglichkeit hiergegen vorzugehen. Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht Zachow ist in diesem Bereich tätig.

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Presserecht-Unterlassung, Berichtigung und Gegendarstellung sind verschiedene Angelegenheiten
Apr27

Presserecht-Unterlassung, Berichtigung und Gegendarstellung sind verschiedene Angelegenheiten

Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urteil vom 17.11.2105, Az. VI ZR 492/14, die Unterscheidung der Geltendmachung von den presserechtlichen Ansprüchen der Unterlassung, Berichtigung (Richtigstellung) und der Gegendarstellung noch einmal herausgearbeitet. Unterlassungsanspruch Der Unterlassungsanspruch dient der Abwehr zukünftigen rechtswidrigen Verhaltens. Gegendarstellungsanspruch Der Gegendarstellungsanspruch ermöglicht dem Betroffenen ein Erwiderungsrecht in dem Medium, in dem über ihn berichtet wurde, ohne Möglichkeit der Prüfung der Wahrheit dieser Erklärung. Die Presse muss dieser Gegendarstellung abdrucken oder öffentlich zugänglich machen, auch wenn sie von der Richtigkeit ihrer Berichterstattung überzeugt ist. Der Betroffene wird selber tätig und entwirft eine Gegendarstellung. Berichtigungsanspruch Der Berichtigungsanspruch räumt dem Betroffenen das Recht zur Beseitigung einer rechtswidrigen Störung (falsche Tatsachenbehauptung) durch den Berichterstatter ein, um die rechtswidrige Rufschädigung zu beenden. Hier muss dann der Berichterstatter tätig werden.   Welche der Ansprüche im Einzelfall verfolgt wird, ist immer auch einer taktische Frage, da eine Gegendarstellung gerade im Onlinebereich gerade dazu führen kann, dass der Artikel noch höher von Suchmaschinen indexiert wird. Dies hat auch der BGH erkannt und die getrennte Verfolgung honoriert. Urheber- und Medienrecht Thilo Zachow, Fachanwalt für IT-Recht Berlin-Chemnitz-Dresden

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Niederlage für Verlagsausschüttung am BGH
Apr22

Niederlage für Verlagsausschüttung am BGH

Der Bundesgerichtshof hat einer jahrelangen Praxis der VG-Wort (Wahrnehmungsgesellschaft wie GEMA nur für Autoren und Verlage) einen Riegel vorgeschoben

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GEMA – Keine öffentliche Wiedergabe durch Kabelweiterleitung in einer Wohnanlage
Apr21

GEMA – Keine öffentliche Wiedergabe durch Kabelweiterleitung in einer Wohnanlage

Der Bundesgerichtshof hat  durch sein Urteil vom 17.09.2015 klargestellt, dass durch den Betrieb einer Kabelanlage in einer Wohnungseigentümergemeinschaft kein Eingriff in die Rechte und Ansprüche von Urhebern und Leistungsschutzberechtigten erfolgt (Az. I ZR 228/14). Die Kabelweitersendung (§ 20b UrhG) ist ein besonderer Fall des Senderechts ( § 20 UrhG) und dieses wiederum der öffentlichen Wiedergabe ( § 15 Abs. 3 UrhG). Die Auslegung des Begriffs der öffentlichen Wiedergabe im Lichte diverser EuGH – Entscheidungen und EU-Richtlinien durch den BGH war daher gefordert. Er legte also die §§ 87 Abs. 1, Nr. 1 Fall 1, 20, 20b S.1 und 15 Abs. 3 UrhG hinsichtlich der „öffentlichen Wiedergabe“ unionskonform aus. Da die Wohnungseigentümergemeinschaft über Satellit ausgestrahlte und mit eine Gemeinschaftsantenne der Wohnanlage empfangene Fernseh- unf Hörfunksignale zeitgleich, unverändert und vollständig durch ein Kabelnetz an die angeschlossenen Empfangsgeräte der Wohnungseigentümer weiterleitet, liegt keine öffentliche Wiedergabe vor. Der Begriff der Öffentlichkeit wird nur durch eine unbestimmte Anzahl und sehr vielen Personen erfüllt. Weiter ist ein anderes technisches Verfahren als das bisher verwendete Verfahren erforderlich oder  ein neues Publikum. Zudem sind Erwerbszwecke zu beachten. Der Bundesgerichtshof sah zwar in der Weiterleitung eine Wiedergabe, aber keine öffentliche Wiedergabe, da kein neues Publikum auf diesem Weg erschlossen wird, da es sich privaten Konusm der Eigentümer handelt, welche sich bereits im Sendegebiet der Sendeunternehmen aufhalten. Sie fallen daher unter die Erlaubnis der ursprünglichen öffentlichen Wiedergabe. Eine reine Umlage der Kosten des Betriebs der Anlage ist kein Erwerbszweck. Außerdem handele es sich um besondere Personen und nicht allgemeine Personen. Die Eigentümer stellen eine private Gruppe dar. Der sonst von der GEMA angesetzten Schwelle von 75 Wohneinheiten wurde eine Absage erteilt, da sich diese Zahl nicht aus der Rechtsprechung des EuGH ergebe. In dem Fall waren es 343 Wohneinheiten mit ca. 700 Bewohnern. Eine Vergleichbarkeit mit Hotelgästen wurde ebenfalls abgelehnt. Eine besondere Personengruppe muss nicht zwingend aus wenigen Personen bestehen. Die Situation in der Wohnanlage mit einer Gemeischaftantennenanlage ist vergleichbar mit der Situation, dass sich jeder Eigentümer eine Antenne auf das Dach setzt. Auch hier geht dann ein „Kabel“ an die Empfangsgeräte heran. Diese Verfahrensweise wird einhellig als Wiedergabe, aber nicht öffentliche Wiedergabe eingestuft. Eine Konkretisierung der Einstufung, wer nun alles zur privaten Gruppe gehört, ist leider nicht erfolgt. Dies betrifft Justizvollzugsanstalten, Krankenhäuser und Geschmeinschaftantennenanlagenbetreiber, wie Vereine. Ich denke aber, dass gerade die Gemeinschaftsantennenanlagenbetreiber die mit der GEMA abgeschlossenen Verträge prüfen und einer rechtlichen Überprüfung durch die Rechtsprechung unterziehen sollten,…

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Löschung von einst rechtmäßigen Onlinebeiträgen

Die Löschung von Onlinebeiträgen sei es in sozialen Netzwerken oder in Portalen von Presseunternehmen, Bewertungsportalen ist immer wieder ein Thema in meiner IP-IT Kanzlei.

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Veranstalterhaftung des Saalvermieters und des Wirts
Dez20

Veranstalterhaftung des Saalvermieters und des Wirts

Ich betreue aktuell einen Fall, in welchem die GEMA von einem Gastwirt Schadensersatz wegen der unerlaubten Wiedergabe von Musikwerken sowie Kontrollkosten fordert, da bei ihm eine Veranstaltung ohne Einwilligung der GEMA durchgeführt worden sei. Dieser Mandant hat die Durchführung der Veranstaltung weder beworben, noch die Eintrittsgelder vereinnahmt. Dennoch ist die GEMA der Auffassung, dass er hafte, da er die Bewirtung durchgeführt hat. Die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) spielt dabei der GEMA schon in die Karten, da er das Zurverfügungstellen des Saals, die Vereinnahmung von Eintrittsgeldern, sowie das Bewerben in einem Veranstaltungskalender und das Vereinnahmen der Bewirtungserlöse als ausreichend für eine Mitwirkung an einer Aufführung und damit einer Haftung als Veranstalter ansieht, Urteil vom 12.02.2015, Az. I ZR 204/13. Jeder Caterer oder Gastwirt läuft damit Gefahr, dass er künftig mit Forderungen der GEMA und der Künstlersozialkasse überzogen wird, wenn er nicht neben eine klaren Vertragsgestaltung im Gastspiel- bzw. Konzertvertrag mit den Gastspieldirektionen/Künstleragenturen und/oder freischaffenden Künstlern sein tatsächliches Verhalten schon im Vorfeld abklärt. Profitieren Sie von meiner Erfahrung aus über 2.139 bearbeiten Abmahnungen und als externer Datenschutzbeauftragter sowie Jugendschutzbeauftragter. Ihr Rechtsanwalt und Fachanwalt für Informationstechnologierecht Thilo Zachow 7 Tage – 24 h für Sie erreichbar!     Chemnitz     0371 5347 290     Dresden     035121066970     Berlin      030469992740

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